„Spezialitäten-Kaffee“ oder auch „Specialty Coffee“ – Was ist so speziell?

In der Kaffeewelt werden sehr viele spezifische Begriffe benutzt – unter anderem der Begriff des „Spezialitäten-Kaffees“ oder auch „Specialty Coffee“. Was genau bedeutet dieser Begriff und was ist der Hintergrund für diese Bezeichnung?

Einfach gesagt ist Spezialitätenkaffee richtig guter Kaffee… Aber um es etwas technischer zu beschreiben: es müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden, um einen Kaffee als Spezialitätenkaffee bezeichnen zu können. 

Diese Voraussetzungen wurden in den 1970er Jahren von der SCA (Specialty Coffee Association) festgelegt. 

Nach festgelegten Vorgaben wird die Qualität eines Kaffees bestimmt. Werden diese Vorgaben erfüllt oder übertroffen, erhält ein Kaffee die Bezeichnung „Spezialitätenkaffee“.

Die Klassifikation des Kaffees wird meistens bereits im Ursprungsland festgelegt und Personen mit einer bestimmten Ausbildung bewerten die Kaffees anhand weltweit standardisierter Richtlinien. Für Arabica-Kaffees werden die Qualitätsprüfer „Q-Grader“ genannt, für Robusta-Kaffees sind es „R-Grader“.

Die Qualität des Kaffees wird in einem Punktespektrum von 1 bis 100 bewertet, wobei alle Kaffees zwischen 80 und 100 Punkten als „Spezialitäten-Kaffees“ gelten, alle Kaffees unter einer Bewertung von 80 Punkten sind sogenannte „kommerzielle Kaffees“. 

Damit ein Produzent für seine Kaffees die Spezialitäten-Kaffee Bewertung erreicht, muss er sehr viel in den Anbau, die Ernte und die Aufbereitung investieren. Da zum Beispiel nicht alle Kaffeekirschen der Kaffee-Pflanze zur gleichen Zeit erntereif sind, muss er seine Helfer über mehrere Wochen immer wieder zum Ernten los schicken, sodass während der Haupterntezeit nur reife Kaffees gepflückt werden. Dies ist eine erheblich höhere Investition, als würde er seine Arbeiter nur einige wenige Male ernten lassen und nicht ganz reife, oder überreife Kaffees mit pflücken lassen. Unter anderem dieser und noch viel mehr Aufwand spiegelt sich dann in außergewöhnlich guten Kaffees und besonders herausstechenden Aromen wieder. 

Eine weitere Herausforderung für den einzelnen Produzenten ist es, diese Qualität jedes Erntejahr auf neue zu halten, da sich die klimatischen Bedingungen von Jahr zu Jahr ändern und auch der globale Klimawandel und Schädlingsbefall viele Ernten der letzten Jahre erschwert hat. 

Ein Risiko für die einzelnen Produzenten ist hierbei noch, dass es passieren kann, dass der Kaffee trotz aller Mühen nicht die Qualifizierung des Spezialitäten-Kaffee erreicht und so die höheren Investitionskosten nicht völlig gedeckt werden.

Da sich diese Mühe für viele Produzenten nicht lohnt, machen Spezialitäten-Kaffees nur einen geringen Anteil des gesamten Kaffeemarktes aus. 

Eine positive Entwicklung ist allerdings, dass der Spezialitäten-Kaffee Anteil am gesamten Markt des Kaffees stetig steigt, da das Bewusstsein und die Wertschätzung der Kaffee – Endkonsumenten größer geworden ist und sich viele kleinere Röstereien und Cafes darum bemühen, ihren Kunden dieses Wissen und die Hintergründe zu vermitteln. Dies führt auch dazu, dass der nachhaltige und klimaschonendere Anbau von Kaffee unterstützt wird, denn Spezialitäten-Kaffees werden größtenteils nicht in Mono-Kultur angebaut, sondern zwischen anderen, schattenspendenden Pflanzen und Bäumen und ohne die Anwendung von umweltschädlichen Pestiziden.

Letztendlich entscheidet man sich mit einem Spezialitäten-Kaffee nicht nur für einen aromatisch-geschmacklich exzellenten Kaffee, sondern auch für ein Produkt mit einem hohen sozialen Mehrwert, denn es wird darauf geachtet, dass alle Beteiligten der Produktionskette fair behandelt werden.

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